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Amtliche Mitteilungen · NOTIZ VOM · LP-006

Grüne Soße: sieben Kräuter, acht Zuständigkeiten

Welche sieben Kräuter gehören hinein? Das lässt sich klären. Wer in meiner Küche zuständig ist, leider weniger.

Sieben schlicht gezeichnete Kräuterbündel stehen vor dem Lokpfogel; auf seinem Tisch wartet ein achter, leerer Namenshalter.
Die achte Stelle ist ausschließlich für Koordination zuständig.

In die Frankfurter Grüne Soße gehören sieben Kräuter: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Die Aufzählung ist der Teil dieses Textes, bei dem ich mir Hilfe geholt habe. Die Stadt beschreibt die Mischung auf ihrer Seite zum Grüne-Soße-Denkmal in Oberrad. Dort stehen sieben kleine Gewächshäuser für die Kräuter.

Sieben erkennbare Zuständigkeiten. So weit würde ich in meiner Küche gern kommen.

Ich hatte mir vorgenommen, die Kräuter zu zeichnen. Dafür legte ich sie nebeneinander, suchte ein freies Blatt und stellte eine Schüssel bereit. Als ich mit dem Zeichnen anfangen wollte, lag das Blatt unter der Schüssel. Die Kräuter hatten sich in der Zwischenzeit auf drei Arbeitsflächen verteilt.

Die Beschriftung ist nicht das Kraut

Petersilie und Schnittlauch traue ich mir ohne großen Auftritt zu. Bei den übrigen Kandidaten werde ich stiller. Ich finde, das ist ein vernünftiger Zeitpunkt, die Beschriftung der gekauften Mischung zu lesen, statt meinen Wissensstand durch Lautstärke zu ersetzen.

Für meine Zeichnung habe ich deshalb die kleinen Namensschilder zuerst angelegt. Das sah ordentlich aus. Fast zu ordentlich. Die Pflanzen selbst fehlten noch.

Der Lokpfogel bekam ein achtes Schild. Es blieb leer. Ich hatte ihn nicht gefragt, ob er bei der Zubereitung hilft; er war trotzdem sofort in leitender Funktion anwesend.

Kein verbindliches Familienrezept

Ich schreibe hier kein ultimatives Rezept auf. Bei der Frage nach der richtigen Mischung aus Milchprodukten, Eiern oder weiteren Zutaten landet man schneller in einer Sitzung, als die Kartoffeln gar sind. Ich habe noch nicht einmal eine einheitliche Meinung darüber, welche Schüssel ich nehmen soll.

Wer die Kräuter nicht sicher erkennt, sollte nicht mit einer geratenen Pflanzensammlung beginnen. Ich bleibe bei einer gekennzeichneten Mischung aus dem Handel. Meine Zeichnung dient ebenfalls nicht der Pflanzenbestimmung. Eine ungenaue Pimpinelle ist auf Papier harmloser als in einer Wildkräutersuche.

Mich interessiert, wie ernsthaft wir in Frankfurt über etwas sprechen können, das am Ende kalt auf einem Teller liegt. Diese Ernsthaftigkeit mag ich. Sie hat einen brauchbaren Maßstab. Man kann sich darin verheddern und anschließend gemeinsam Kartoffeln essen.

Auf dem fertigen Blatt stehen nun sieben Kräuterbündel mit sieben Schildern. Der Vogel sitzt vor dem achten. Die Überschrift seiner Akte lautet: „Koordination“.

Für das tatsächliche Aufräumen hat er sich an die Außenstelle Fensterbank gewandt. Dort schläft gerade jemand.

Zeichnung

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